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Die Bedeutung von Wetterprognosen für die Energiewirtschaft

Wie viel Energie verbraucht wird, hängt seit jeher vom Wetter ab. Damit ist die Energiewirtschaft eine der Branchen, die am engsten mit dem Wetter verbunden sind. Wenn die Temperatur in einer Region sich nur minimal ändert, kann das bereits großen Einfluss auf den Energieverbrauch haben. Je mehr Energie verbraucht wird, desto mehr Energie muss natürlich auch produziert werden. Daher sind zuverlässige Wettervorhersagen wichtig, um den Energiebedarf durch die richtige Produktion und Verteilung auszugleichen. Der immer größer werdende Anteil der erneuerbaren Energien bei der Stromerzeugung sorgt dafür, dass das Wetter in der Energiewirtschaft einen immer größere Rolle spielt. 

Aufgrund des Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), das im Jahr 2000 verabschiedet wurde, steigt der Anteil der Erneuerbaren Energien an der deutschen Stromversorgung stetig an. Windkraft und Photovoltaik gewinnen dadurch immer mehr an Bedeutung als Energieträger für die Stromerzeugung in Deutschland. Gegenüber fossilen Energieträger sind diese viel stärker vom Wetter abhängig. Um effizient mit Erneuerbaren Energien arbeiten zu können, sind zuverlässige Wetterprognosen für die Steuerung der Stromnetze absolut unverzichtbar. Ohne diese Wetterprognosen wäre es nicht möglich die Stromnetze stabil zu halten. Da die Energiewirtschaft spezielle Informationen über das zu erwartende Wetter benötigt, passt die Meteorologie ihre Vorhersagen an diese besonderen Bedürfnisse an. Mithilfe der Vorhersagen können die Stromerträge prognostiziert und die Netze entsprechend entlastet werden.

Genaue Wetterprognosen für stabile Stromnetze

Ein Stromnetz muss dauerhaft stabil gehalten werden, damit die Energieversorgung funktioniert. Dafür sind eine konstante Frequenz von 50 Hertz und eine dem Netz entsprechende Spannung notwendig. Beide Faktoren sorgen für die in Deutschland gegebene Versorgungssicherheit. Diese ist grundsätzlich davon abhängig, dass die ins Netz eingespeiste Menge an Strom konstant ist. Das ist nur möglich, wenn die Strommengen, die durch Wind und Sonne entstehen, genau und in einem möglichst engen Zeitfenster vorhergesagt werden. Nur wenn man diese Mengen genau bestimmt, kann man bestimmte Erzeuger oder die Windräder temporär abstellen, damit es im Netz nicht zu einer Überspannung kommt. Um dem vorzubeugen, müssen die Netzbetreiber mit Eingriffe in die Stromeinspeisung, dem so genannten Redispatching reagieren. Dieser Schritt wird erforderlich, wenn in Norddeutschland starker Wind weht. In diesem Fall müssen die Windparks ihre Einspeiseleistung senken, während in Süddeutschland und den Nachbarländern Reservekraftwerke aktiviert werden.